Messdienertreff 28.01.2017
Für das Jahr 2017 haben sich die Messdiener St. Marien viel vorgenommen!
Unter Anderem möchten Sie die Pfarrer, mit denen sie ja regelmäßig zusammen
„arbeiten“,
näher kennenlernen.
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Der erste „Kandidat“ war Pfarrer Marian Janke, der die Messdiener bei Ihrem Treffen
besuchte und
bei Cola und Knabbereien den jungen Leuten Rede und Antwort stand.
„Wollten Sie immer schon Pfarrer werden oder wie ist es dazu gekommen?“,
Haben Sie diesen Beruf immer schon als Seelsorger ausgeübt?“, Wo wurden Sie
geboren und sind
zur Schule gegangen?, Wie war es im Knast?...
Aus Pfarrer Jankes Leben zu berichten, nimmt viel Zeit in Anspruch. Er hat viel erlebt,
viel geleistet.

Aber seine Bescheidenheit spricht aus allen seinen Erzählungen, die er teils mit viel
Humor,
anderenteils aber auch mit Ernst und Respekt vorträgt:
Sympathisch fanden die Messdiener schon, dass der gebürtige Bayer auch einmal
Messdiener war.
Leider hat er in diesen jungen Jahren keine allzu guten Erfahrungen
mit Pfarrern gemacht, wodurch
ihm der Glaube nicht immer leicht fiel. Dies ist mit ein
Grund dafür, dass er die uns allen bekannte
Laufbahn eingeschlagen hat.
Nach seinem Abitur studierte er Theologie und Anglistik. Während dieser Zeit ver-
brachte er ein
Jahr in Dublin, um seine Englischkenntnisse zu verbessern. Weitere
Stationen während seiner
Studienzeit waren Frankfurt und Münster.
Später unternahm er noch Reisen in die USA und nach Tunesien.
Am Heilig Geist Gymnasium in Würselen unterrichtete er 15 Jahre lang als Lehrer
die Fächer
Katholische Religion und Englisch bis in die Oberstufe und hat so
manchem Abiturient durch
Sonderunterricht zu einer besseren Note verholfen.
Eine zeitlang gehörte er dem Spiritaner-Orden an, der Träger dieser Schule ist.
U.A. durch Schulpartnerschaften führte ihn sein Weg auch mehrmals nach Nigeria,
wo er vielfältige
Erfahrungen sammeln konnte.Neun Mal reiste er nach Schottland.
Später dann setzte er seine ganze Kraft in der JVA Heinsberg ein, wo er sich
16 Jahre lang um junge
straffällig gewordene Menschen kümmerte. Weniger, um
sie zum Glauben zu ermuntern, als sie auf
einen besseren Weg zu führen. Hierzu
gehörte immer ein offenes Ohr für die vielfältigen
Schwierigkeiten dieser Menschen,
die dem Pfarrer aufgrund seiner Schweigepflicht oft eher
Vertrauen schenken als
Sozialarbeitern, die wichtige Details aus Gesprächen in Akten
niederschreiben müssen.
Daher ist der Stellenwert eines Pfarrers in einer JVA etwas Besonderes.
Er habe nie
Angst gehabt und sei auch nie ernstlich bedroht worden, erzählte Pf. Janke.
Während
seiner Zeit als „Knastpfarrer“ pflegte er einen engen Kontakt zu den Häftlingen, die in
seinem Büro gerne auftauchten, um ihre Telefonate zu führen und somit ihm die Mög-
lichkeit zu e
rsten Kontakten gaben. Einige Kontakte bestehen fort.
In der Heinsberger Pfarrei führte er ab und zu Beerdigungen, Heilige Messen und
Taufen durch.
Glücklicherweise führte ihn sein Weg vor 7 Jahren zu uns nach Eschweiler,
wo er als Pfarrvikar
angefangen hat , drei Jahre Pfarradministrator war und nun als Seel-
sorger seine Tätigkeit als Vikar
weiterführt.
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Neben seiner großen „Familie“, der Pfarrei , leben einige Familienmitglieder in Düren.
Und seinen „Ziehsohn“ wollen wir auch nicht unerwähnt lassen, denn auch die Erziehung seines
tunesischen Schützlings hat Pf. Janke „gut hinbekommen“-dieser ist mittlerweile ausgebildeter
Physiotherapeut, was Pfarrer Janke bei seiner oft stehenden Tätigkeit sicher zugute kommt.
Wie er denn den Zusammenschluß der Gemeinden und die immer größer werdenden Pfarreien
und
die damit verbundenen Veränderungen empfindet, war eine der vielen Fragen.
Seine positive Einstellung: es ist eine Einheit in Vielfalt!.
Eins wird gegen Ende seiner Berichte deutlich: Pfarrer Janke kann wirklich von sich behaupten,
ein
erfülltes Leben zu leben.
Und wir können nun sagen, dass wir unseren Pfarrer viel besser verstehen und kennengelernt
haben.

Ein wenig sportlich klang der Messdienertreff dann mit Kicker und Billard aus.
Mit Spannung wird nun das Treffen mit einem der beiden weiteren Pfarrer erwartet.
   
© 2014 Heilig Geist Eschweiler