Geschichte der Pfarre St. Cäcilia

Die Ursprünge der Pfarre St. Cäcilia sind bis ins Mittelalter hinein zu verfolgen,
wenn auch die Kirche zur damaligen Zeit wohl noch nicht der heutigen Namens­patronin
geweiht war, sondern wahrscheinlich die Gottesmutter zur Patronin hatte.


Um 1300 wird im „Liber valoris“, einem Schätzungsbuch des Herzogtums Jülich,
ein Pfarramt „Udelinberg“ erwähnt; dies könnte die erste Nachricht über unsere Kirche sein.
Man vermutet, dass diese Kirche oder Kapelle zu dem großen Guts­hof „hoff van Berghen“,
dem Nothberger Hof, gehört hat.


Vermutlich ist im Laufe des 14. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Bau der
Nothberger Burg im Auftrag des Jülicher Grafen auch eine (neue) Kirche aus Bruchsteinen
erbaut worden, deren Altar am 08. März 1382 erstmals urkundlich erwähnt wird.
Mit dieser Urkunde liegt nachweislich die erste Erwähnung des „Noth-Gottes-Altares“ vor,
in der es heißt: Eine ewige erbliche Messe ist bei einer jährlichen Zahlung von 13 Goldgulden


„zo sincgen ind zu celebrieren op dem Elter [= Altar] in der kirchen zu Noitberge,
geheissen „zer noitgods“.


Der Geistliche Hermann von Antweiler mit seinem Brudergesellen Peter, Pastor zu Lamersdorf,
und Bartholomeys, Pastor zu Rymmelsburg (= Langerwehe) bestä­tigen in der Urkunde,
von Reynart van me Kirchove, wohnhaft zu Noitberge, 13 Gulden erworben zu haben
zum Nutzen einer Erbmesse am „Noth-Gottes-Altar“. Zudem gelobt der Pastor von Nothberg,
dass man allwöchentlich drei Messen am Notgottesaltar halten werde, bis einem Priester
voller Unterhalt gewährt wer­den könne.


Mit der Noth Gottes wird die heilsgeschichtliche Szene angesprochen, die im Gnadenbild der
Schmerzhaften Mutter zu Nothberg zum Ausdruck kommt. Die etwa 1,20 m hohe Pieta
aus Lindenholz zeigt die Gottesmutter in der Stunde ihres größten Schmerzes,
als sie ihren toten Sohn auf dem Schoß hält.
Dieses Gnadenbild befindet sich in einem Altarschrein, der aus dem Ende
des 15. Jahr­hunderts stammt.


GnadenbildderSchmerzhaftenMutter1

GnadenbildderSchmerzhaftenMutter2

Die Pieta mit der Darstellung der Mater dolorosa ist bis heute Ziel vieler Beter, Wallfahrer
und Pilgerprozessionen, die seit dem Mittelalter zum Gnadenbild nach Nothberg kommen,
um ihre Anliegen der Gottesmutter vor­zutragen. Und so hat wohl auch das Gnadenbild der
Schmerzhaften Mutter der Ortschaft den Namen verliehen.
Zahlreiche Votivtafeln in der Nähe der Pieta bezeugen, dass viele Menschen an diesem Ort
die Hilfe der Gottesmutter erfah­ren haben.


Nothberg-kirche
An der Stelle, an der sich die Kirche aus dem 14. Jahrhundert befand, hat es bis 1970
einen Kirchenbau gegeben, der allerdings schon seit Beginn des 20. Jahr­hun­derts wegen
Bergschäden nicht mehr genutzt werden konnte und der im Ver­lauf des 20. Jahrhunderts
dem Verfall preisgegeben wurde.
Heute befindet sich an dieser Stelle im Ort ein großes Mietshaus mit einer Filiale
der Raiffeisen-Bank.


Nachdem man die alte Kirche nur noch eingeschränkt nutzen konnte und der Turm­helm schon
abgetragen worden war, hatte man am 24. Mai 1906 den Grund­stein zu einer neuen Kirche gelegt,
deren feierliche Einsegnung am 12. Dezember 1907 stattfand und die bis 2009 als Pfarrkirche
der Pfarrgemeinde St. Cäcilia diente. Durch die Auflösung der Pfarre St. Cäcilia ist die Kirche eine
von vier Filialkirchen in der Pfarre Heilig Geist im Eschweiler Süden.


Am 22. Dezember 1907 wurde das Gnadenbild der Schmerzensmutter in einer feierlichen Prozession,
die durch die Ortsteile Nothberg, Bohl und Volkenrath führte, und unter großer Anteilnahme
der Bevölkerung (ca. 2000 Menschen) in die neue Pfarrkirche übertragen.
Der neue Hochaltar, der der Pfarrpatronin Cäcilia geweiht ist und der seit 1901 in der alten Kirche
gestanden hatte, war bereits einige Tage vorher herübergetragen worden.


Caecilienaltar


Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Pfarre allerdings noch dem Dekanat Derichs­weiler an;
erst 1929 wurde diese seit 1827 bestehende Zuordnung aufgehoben, und St. Cäcilia wurde dem
Dekanat Eschweiler zugeschlagen.
Zum Pfarrbezirk gehören bis heute die Ortsteile Nothberg, Bohl und Volkenrath.


Nach Auflösung des Dekanates Eschweiler im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhun­derts wurden
in Eschweiler drei Gemeinschaften von Gemeinden (GdG) gebildet:
die GdG Mitte, die GdG Nordwest und die GdG Süd, zu der auch St. Cäcilia ge­hört.


Mit dem 31. Dezember 2009 endet die Ära der selbstständigen Pfarre in Noth­berg.
Auf Anordnung des Bischofs von Aachen und nach Beschluss der betroffe­nen Pfarrgemeinden
werden die Pfarrgemeinden St. Antonius, Bergrath; St. Bar­bara, Pumpe-Stich; St. Marien, Röthgen;
St. Wendelinus, Hastenrath und St. Cä­cilia, Nothberg aufgelöst und zur neuen Pfarre
Heilig Geist zusammengefügt.


   

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